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ABB-Motoren treiben die steilste Standseilbahn der Welt an

Mitte Dezember 2017 wurde in Stoos, Kanton Schwyz, nach fünfjährigen Bauarbeiten die steilste Standseilbahn der Welt in Betrieb gesetzt. Zwei Motoren von ABB treiben die Bahn mit einer Gesamtleistung von 2.3 Megawatt an. In einer Stunde können so bis zu 1500 Personen pro Richtung befördert werden. Das neue futuristisch anmutende Fahrzeug wird führerlos betrieben und fährt mit einer Geschwindigkeit von 10 Metern pro Sekunde bei einer Steigung von 0 bis zu 110%.

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Im Gegensatz zu einer Seilbahn, bei der die Passagiere über dem Erdboden schweben, wird bei einer Standseilbahn die Kabine über ein Schienensystem gezogen. Bei der neuen Stoosbahn ist dieses 1.7 km lang und traversiert drei Tunnels und zwei Brücken. Zusätzlich zur touristischen Bedeutung stellt die Bahn ganzjährig die Grundversorgung der gesamten Infrastruktur für den Stoos und das autofreie Dorf mit seinen 150 Einwohnern sicher.

Das extreme Längenprofil mit Neigung von 0% bei den Stationen und dazwischen bis zu 110% (47.7°) stellt eine grosse Herausforderung an die Dynamik der Standseilbahn dar, die mittels Antriebsmotor, Antriebsmechanik und Seil umgesetzt wird. Den Hauptantrieb bewerkstelligen zwei Niederspannungsmotoren von ABB mit je 1.15 Megawatt sowie zwei energiesparende Frequenzumrichter, die eine stufenlose Drehzahlregulierung garantieren. Zum Vergleich: Die insgesamt 2.3 Megawatt entsprechen einer Energie, mit der rund 250 Rolltreppen aufs Mal betrieben werden könnten.

Aussergewöhnlich ist das Design der beiden Fahrzeuge mit vier zylindrischen Personenabteilen, die durch eine hydraulische Neigungskompensation immer waagrecht gehalten werden.

Ueli Spinner, Leiter Vertrieb Grosskunden und Service bei ABB, freut sich über das Resultat und hebt die Einzigartigkeit des Projekts hervor: „Es freut uns sehr, dass wir mit der ABB-Technik für unseren Kunden zwei massgefertigte Hochleistungsmotoren installiert haben, die gegenüber der alten Bahn eine Verdoppelung sowohl der Geschwindigkeit als auch der Beförderungskapazität erreichen. Eine besondere Herausforderung stellt das Streckenprofil dar, denn die Bahn benötigt zum Anfahren aussergewöhnlich viel Energie, weil die Strecke sowohl bei der Talstation als auch bei der Bergstation zunächst ansteigt.“

125 Jahre führende Schweizer Bergbahn-Technologie

ABB-Technologien werden heute auf vielfältige Weise genutzt, um Schweizer Berggipfel jedermann zugänglich zu machen; sie werden in zahlreichen Skiliften, Sesselliften, Kabinenbahnen, Seilbahnen und Zügen eingesetzt.

Das Unternehmen blickt auf einen grossen und langjährigen Erfahrungsschatz im Schweizer Bergbahnsektor zurück. Schon am Ende des 19. Jahrhunderts wurden die elektrischen Komponenten von ABB (vor 1988 noch BBC) für die erste elektrische Bergbahn in der Schweiz, die Rhätische Bahn, genutzt. Aufgrund der topographischen und klimatischen Bedingungen im unwegsamen Kanton Graubünden mussten die Bahninfrastruktur und die Züge höchsten Ansprüchen gerecht werden. ABB lieferte praktisch alle elektrischen Komponenten für die Antriebseinheiten und einen Grossteil der Bahnstromversorgung. Zudem wurden die Bahnen dank der leistungsstarken Antriebssysteme von ABB in alpine Eisbrecher verwandelt, um somit den Anforderungen des hohen Berninapasses zu genügen, der mittlerweile von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde.

Die Jungfraubahn wurde im Jahr 1912 nach einer Bauzeit von 16 Jahren in Betrieb genommen. Von Anfang an war ABB für die Elektrifizierung der Bahn zuständig und machte diese Reise überhaupt erst möglich. ABB-Technologien sorgen auch heute dafür, dass die Jungfraubahn die weltberühmte Sehenswürdigkeit Jungfraujoch erreicht. Jährlich reisen mittlerweile über eine Million Menschen mit dem Zug zum höchstgelegenen Bahnhof Europas (3.454 m ü. M.). Dank des massgefertigten Antriebsstrangs von ABB kann die Jungfraubahn das ganze Jahr über und auch bei starkem Schneetreiben sicher und unterbrechungsfrei fahren.

Die Urdenbahn ist das Herzstück des riesigen Wintersportgebiets Arosa-Lenzerheide. Sie ist eine der längsten Seilbahnen in der Schweiz und hat eine Nutzlast von 150 Menschen pro Kabine. Die stündliche Transportleistung beträgt 1.700 Personen pro Richtung. Die zwei Kabel erstrecken sich ohne eine einzige Stütze 1.700 Meter über das Bündner Urdental. Angetrieben wird die Luftseilbahn mit Motoren und Umrichtern von ABB. Da die zwei Pendelbahnen parallel verlaufen, aber unabhängig voneinander betrieben werden, können sie sich flexibel an das Passagieraufkommen anpassen. Auf diese Weise werden Kosteneinsparungen und eine höhere Energieeffizienz erzielt. Die Seilbahn ist mit einer digitalen Innovation ausgestattet: Auf der Bergspitze befindet sich ein Mikronetz. Dank dieser Technologie von ABB kann der Energiefluss optimal gesteuert und an das Stromnetz angepasst werden.

Ein weiteres Beispiel für den kontinuierlichen technologischen Fortschritt bei ABB sind die modernen AC-Antriebe (alternating current - Wechselstrom), die für die Kabinenbahn zwischen Engelberg und der „Stand“-Station auf dem Titlis unweit von Luzern verwendet werden. Mit den AC-Antrieben von ABB können sowohl der Titlis Express als auch Rotair – die erste Luftseilbahn der Welt, die sich während der Fahrt um 360 Grad dreht – jedes Jahr auf energieeffiziente Weise über eine Million Passagiere befördern.

ABB (ABBN: SIX Swiss Ex) ist ein global führendes Technologieunternehmen in den Bereichen Elektrifizierungsprodukte, Robotik und Antriebe, Industrieautomation und Stromnetze mit Kunden in der Energieversorgung, der Industrie und im Transport- und Infrastruktursektor. Aufbauend auf einer über 125- jährigen Tradition der Innovation gestaltet ABB heute die Zukunft der industriellen Digitalisierung und treibt die Energiewende und die Vierte Industrielle Revolution voran. Das Unternehmen ist in mehr als 100 Ländern tätig und beschäftigt etwa 136.000 Mitarbeitende. www.abb.com

Hinweis: Dies ist eine Übersetzung der englischsprachigen Pressemitteilung von ABB vom 16. Dezember 2017, die Sie unter www.abb.com/news abrufen können. Im Falle von Unstimmigkeiten gilt die englische Originalversion.


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