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Kindern und Körperbehinderten den Zauber der Schweizer Alpen näher bringen

Die erste kinder- und körperbehindertengerechte Sesselbahn der Schweiz bringt in Klosters-Madrisa auch Kinder und Monoskifahrer sicher auf den Berg. Die Sesselbahn ist ein Beispiel dafür, wie ABB-Spitzentechnologie dafür sorgt, dass die schönsten Ecken der Schweiz erschlossen werden können. ABB leistet dabei einen wichtigen Beitrag zum zuverlässigen und energieeffizienten Betrieb des Pionierprojekts.

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Die Bergsportdestination Klosters-Madrisa ist bei Familien im Winter wie im Sommer ein beliebtes Ausflugs- und Ferienziel. Den Verantwortlichen vor Ort ist es ein grosses Anliegen, sich kontinuierlich an den Bedürfnissen von Kindern, Jugendlichen und Körperbehinderten zu orientieren und so die Madrisa für möglichst viele Menschen komfortabel erlebbar zu machen. Mit dieser Philosophie geht auch die Überzeugung einher, dass Landschaft und Bauten, Natur und Technik harmonieren müssen, damit der Zauber der Bergwelt erhalten bleibt. Auch dank der energieeffizienten ABB-Antriebstechnik gelingt dieses Zusammenspiel perfekt.

Projekte wie in der Madrisa sind der Beweis, dass die Weiterentwicklung des Tourismus und der schonende Umgang mit Ressourcen Hand in Hand gehen können.

Familien und Menschen mit Handicap im Fokus
Unter Label «Madrisa-Land» hat sich das Skigebiet Klosters Madrisa in den letzten Jahren ganz gezielt und erfolgreich als familien- und behindertenfreundliche Freizeitregion etabliert. In das neue Projekt investierten nicht zuletzt Unternehmer, Einheimische und Gäste von Klosters und Umgebung, wie Roger Kunz als Vorstandsvorsitzender des Unternehmens sagt: „Den Investoren geht es primär nicht darum, Geld zu verdienen. Ihnen ist wichtig, dass Madrisa auch über Generationen hinweg die Lebensgrundlage der Menschen hier bleibt.“ Mitfinanziert wurde diese Sesselbahn zudem von der „Stiftung Erlebnis mit Herz“. Diese gemeinnützige Vereinigung arbeitet tatkräftig daran, Madrisa noch stärker zu einem barrierefreien Erholungsgebiet für körperlich oder sehbehinderte Gäste auszubauen. So betreibt sie etwa ein rollstuhlgängiges Selbstbedienungsrestaurant auf der Madrisa-Alp.  

Die im Jahre 2016 in Betrieb genommene Sesselbahn auf den Schaffürggli ersetzt nach 30 Jahren Betriebszeit den Doppelskilift mit Bügel durch eine komfortable und effiziente Sesselbahn mit sechs Sitzen nebeneinander. Sie verfügt über eine automatische Grössenerkennung mit höhenverstellbarem Förderband im Einstiegsbereich. So werden kleine Kinder und Monoskifahrer auf die ideale Sitzhöhe angehoben, die dank modernster ABB-Antriebtechnik verlässlich und leise in die barrierefreie alpine Erlebniswelt Madrisa eintauchen können. Die bereits sieben Mal zur Schweizer Behindertensportlerin des Jahres gewählte und mehrfache Paralympics-Siegerin Edith Wolf-Hunkeler zeigte sich davon bei der Eröffnung der Sesselbahn Ende 2016 begeistert. Darüber hinaus sichern eine spezielle Schliessbügelautomatik und die spezielle Fussauflage die Passagiere der Sesselbahn. Dadurch können in einem Sechsersessel bis zu fünf Kinder ab 90 Zentimeter Grösse fahren, begleitet von nur einem Erwachsenen. Auf dem alten Sessellift musst noch jedes Kind von je einem Erwachsenen begleitet werden.  

Elektrische Ausrüstung mit Spitzentechnik von ABB
Damit alles das sicher, komfortabel und effizient funktioniert, arbeitet im Hintergrund jede Menge leistungsstarke Technik der Spitzenklasse. Jene, die von ABB entwickelt, gebaut und geliefert wurde, hat daran grossen Anteil.

Schon die Gondelbahn-Fahrt von der Talstation Madrisa bei Klosters Dorf in 1’124 Meter Höhe auf die Madrisa in 1’887 Meter Höhe bietet die ersten spektakulären Ausblicke. Dort angekommen, steigt man in die Sesselbahn um, die einen dank ABB-Technik in nicht einmal sieben Minuten sanft zur Bergstation des Schaffürggli auf 2'387 Meter Höhe fährt. 98 Sechsersessel setzt die Bahn im Winter ein. Und sie laufen mit hoher Frequenz um, was die Wartezeit reduziert: Nach nur gut acht Sekunden kommt schon der nächste Sessel. Bis zu 2’600 Personen je Stunde kann die Bahn so auf ihrer 1'890 Meter langen Strecke transportieren. Die Madrisa ist aber weit mehr als ein Wintersportgebiet mit hoher Schneesicherheit – mitunter dank dem gezielten Einsatz von Schneekanonen. Es bietet verschiedenste Pisten mit unterschiedlichem Anforderungsgrad. Sowohl Schneebegeisterte mit weniger Erfahrung als auch langjährige Schnee-Aficionados kommen auf ihre Kosten. Wenngleich nicht ebenso stark, doch ebenfalls bedeutend ist der Wandertourismus im Sommer. Dafür lässt sich die Anzahl der Sessel in etwa halbieren, was völlig ausreicht und Energie spart.

Der Betrieb der Sesselbahn gelingt dabei dank der Frequenzumrichter und Motoren von ABB energieeffizient und ressourcenschonend – wobei enorme Kräfte wirken: die Anfahrtleistung beträgt 773 Kilowatt, die Dauerleistung 577 Kilowatt. Alleine beim Anfahren benötigt die Bahn eine elektrische Leistung wie sie zur Speisung von fast 1’300 Einfamilienhäusern (ohne Wärme) notwendig ist. Daher ist es äusserst wichtig, dass mit der benötigten Energie höchst effizient umgegangen wird. Die ABB-Elektromotoren, die gesteuert von modernster Elektronik die Antriebsscheibe mit ihrem Durchmesser von 6,1 Meter drehen, sind perfekt auf die Bedingungen am berg abgestimmt. Als sogenannte 4Q-Asynchronantriebe bieten sie einen ausgezeichneten Wirkungsgrad und sind wartungsarm. Über die Antriebsscheibe wiederum läuft das Förderseil mit einem Durchmesser von 52 Millimeter, an dem dann die Sessel hängen. Ebenfalls liefert ABB sogenannte Frequenzumrichter. Sie wandeln die Netzspannung so um, dass sich damit die Motoren je nach aktueller Last flexibel und energieeffizient steuern lassen.

Bewährte Partnerschaft
ABB ist nicht nur an der Seilbahn selbst beteiligt, sondern liefert auch Komponenten für die Infrastruktur der Schneekanonen und Beschneiungsanlagen. Und dass man überhaupt bis nach Klosters kommt, ist gleichfalls Pioniertaten von ABB zu verdanken. So verbindet das Unternehmen mit der Rhätischen Bahn eine über 100-jährige Partnerschaft. Seit 1913 liefert ABB, respektive ihre Vorgängerfirmen BBC und die Maschinenfabrik Oerlikon, praktisch alle elektrischen Ausrüstung für die Triebfahrzeuge und einen Grossteil der Bahnstromversorgung.

Geplant und konstruiert wurde die komplette Sesselbahn von der Doppelmayr Garaventa Gruppe, die sich bis auf das Jahr 1892 (ABB: 1891) zurückverfolgen lässt und heute als Qualitäts-, Technologie- und Markführer im Seilbahnbau im 90 Staaten immer wieder Massstäbe in Innovation, Sicherheit und Komfort setzt.

Der erste moderne Schlepplift mit selbsteinziehendem Bügel wurde Ende 1934 im nahen Davos in Betrieb genommen. Erfunden wurde er von Ernst Constam (1888 - 1965), einem Schweizer Ingenieur der zehn Jahre später auch den ersten Sessellift der Schweiz installierte. Seither wurde die Bergbahntechnik konsequent weiterentwickelt – auch von ABB, deren Asynchronmotoren bis heute Masstäbe in der Antriebtechnik setzen. Constam würde wohl staunen, wenn er so komfortabel und sicher, in einem der Sessel der ersten kinder- und körperbehinderten Sesselbahn der Schweiz sitzend, auf den höchsten Punkt der Madrisa fahren könnte.