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118 Jahre erfolgreicher Zusammenarbeit

Jungfraubahn – Schneller aufs Jungfraujoch dank moderner ABB-Antriebssysteme

Die Jungfraubahn ist eine der berühmtesten Touristenattraktionen der Schweiz. Im Jahr 1912 wurde sie nach sechzehnjähriger Bauzeit in Betrieb genommen. Seitdem bringt sie beständig Besucher auf das Jungfraujoch, zu Europas höchstgelegenem Bahnhof (3454 Meter über dem Meer). Trotz der Höhe und der 1400-Meter-Steigung macht die Bahn keine Winterpause. Die Jungfraubahn fährt dank eines eigens konstruierten Antriebssystems von ABB ununterbrochen – auch bei Tiefschnee.

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Die Jungfrau gilt als das Dach Europas. Um knapp eine Million Gäste jährlich bewältigen zu können, investiert die Jungfraubahn kontinuierlich in ihren Fahrzeugpark. 

Seit August 2016 gehören vier neue Niederflurtriebzüge mit ABB-Antriebssystem zur Flotte. Sie bieten erhöhte Passagierkapazität und gewährleisten einen zuverlässigen Service im Personenverkehr mit kurzen Reisezeiten. Ein Flotten-Upgrade-Programm, das im Frühjahr 2017 abgeschlossen wurde, umfasste die Modernisierung von acht Doppeltriebwagen, die dasselbe Antriebssystem verwenden, wie es in den neuen Schienenfahrzeugen und der Schneefräsenlokomotive verbaut ist. 

Mit dem Schneepflug auf die Schiene
Auch wenn zwei Drittel der Trasse durch Tunnel verläuft, ist die tunnelfreie Strecke zwischen der Kleinen Scheidegg und dem Eigergletscher der Witterung ausgesetzt. Im Winter kann sich der Schnee dort sehr schnell hoch auftürmen. Um einen zuverlässigen und pünktlichen Betrieb der Jungfraubahn im winterlichen Gebirge zu gewährleisten, wurde gemeinsam mit dem Eisenbahnhersteller Stadler und ABB eine massgeschneiderte Lösung entwickelt.

Die erste Schneefräse auf der Jungfraubahn wurde 1937 in Betrieb genommen. 1993 wurde ein weiteres Schneeräumgerät am Winterdienstfahrzeug angebracht. Diese beiden alten Maschinen waren jedoch nicht in der Lage, den Schnee schnell zu räumen.

Im Jahr 2011 gab die Jungfraubahn daher den Auftrag, eine Lösung für sämtliche Schneeräumprobleme auf den Gleisen im hochalpinen Gelände zu entwickeln. Das für diesen Zweck eigens konstruierte Gerät besteht aus einer Stadler-Zahnradlokomotive mit einer Schneefräse auf jeder Seite, ergänzt durch einen heb- und senkbaren Schienenräumpflug und ein starkes punktuell wirkendes Gebläse. Das Gerät mit Eigenantrieb für die Jungfraubahn verfügt über Schneefräsen an beiden Enden, sodass es fahrtrichtungsunabhängig Schnee räumen kann.

Effiziente Schneeräumung mit ABB-Antrieb
Antriebsumrichter für den Eisenbahnbetrieb sind kein Produkt von der Stange, sondern werden zielgerichtet für jeden Fall konstruiert. Die Spezifikationen der Jungfraubahn forderten 25 km/h Höchstgeschwindigkeit, sowohl bergauf als auch bergab – denn so würde der Schnee in einem Tempo geräumt werden können, das Verspätungen ausschloss. Um diese Anforderungen zu erfüllen, wurde ein speziell konstruierter ABB-Antriebsumrichter für die beiden Antriebsmotoren und die beiden Schneefräsenmotoren ausgewählt. Das Einzigartige dabei ist, dass ein Antrieb für die Antriebsmotoren verwendet wird und ein zweiter für die Schneefräse. Der Beitrag von ABB zu diesem Antriebssystem besteht aus einem Transformator und einem Kompaktstromrichter BORDLINE® CC750 AC. Das System entspricht dem neuesten Stand der Technik und gewährleistet einen zuverlässigen und sicheren Betrieb.

Die Jungfraubahn ist eine von nur vier Bahnstrecken der Welt, die auf Drehstrom angewiesen ist. Die Doppelstromabnehmer speisen die Energie in einen Traktionstransformator, der die Versorgungsspannung von 3 × 1125 in 3 × 400 Volt, die Eingangsspannung des Antriebsumrichters, umwandelt.

Obwohl es sich bei der Schneefräse um ein sehr spezielles Schienenfahrzeug handelt, wurden der Traktionstransformator und der Antriebsumrichter so konstruiert, dass für alle neuen und aufgerüsteten Fahrzeuge der Jungfraubahn dieselben Ersatzteile und Wartungsverfahren verwendet werden können.

Im Wintereinsatz bewährt
Grundsätzlich sind nicht nur die kompakte Bauweise und die hohe Leistungsdichte des ABB-Antriebsumrichters beeindruckend, die in diesem Fall besonders wichtig sind, sondern auch, dass er sich im Wintereinsatz bewährt hat. Die Niederspannungs-IGBT-Technik mit hoher Schaltfrequenz (ca. 2 kHz) erzeugt eine fast perfekte Sinuskurve, wodurch der Leistungsverlust und die Belastung für den Antriebsmotor reduziert werden. Der regenerative Antrieb speist Energie im Bremsbetrieb über den Antriebsumrichter und den Traktionstransformator zurück ins Netz. Die Schneefräsenlokomotive ist seit dem Winter 2012/13 im Einsatz und hat sich im Winterdienst auf der Schiene als zuverlässig erwiesen.

ABB und Jungfraubahn – Eine Erfolgsgeschichte

– BLM-Triebwagen, Baujahr 1967 (SIG/BBC) – im Dienst
– SPB-Zahnradlokomotiven, Baujahr 1914 (SLM/BBC)
– WAB-Zahnradtriebwagen, Baujahr 1947 (SLM/BBC)
– WAB-Zahnradtriebwagen, Baujahr 1988 (SLM/BBC)
– WAB-Zahnradlokomotiven, Baujahr 1995 (SLM/BBC)
– BOB-Lokomotiven, Baujahr 1914 (SLM/BBC)
– BOB-Triebwagen, Baujahr 1949 (SLM/BBC)
– BOB-Triebwagen, Baujahre 1965 und 1979 (SLM/BBC)
– JB-Zahnradlokomotiven, Baujahre 1898 bis 1912 (SLM/BBC)
– JB-Zahnradtriebwagen, Baujahre 1955, 1960 und 1965 (SLM/BBC)
– JB-Zahnradtriebwagen, Baujahre 1992 und 2002 (SLM/BBC)


Weitere Informationen zum ABB-Jubiläum: www.abb.com/125