close

Cardada: Die Perle des Tessin in allen Facetten erfahren

Die Region um die Cardada mit ihrem spektakulären Ausblick auf den Lago Maggiore gilt sommers wie winters als „Perle des Tessins“. Viele Millionen Feriengäste konnten nicht zuletzt dank Technik von ABB ebenso sicher wie bequem von Locarno aus in diese Naturwelt gelangen.

Die Schönheit des Tessins blieb lange im Verborgenen. Erst ab 1936 konnten Wintersportler mit geschulterten Brettern zur gerade gebauten Cimetta-Hütte die schmalen Bergpfade hinaufsteigen. Und ab Mitte der 1950er-Jahre erschloss man die Gegend um Cardada (1'340 m) und Cimetta als „Perle des Tessins“ mit Energie und Investitionen.

close prev next close

Infrastruktur bringt Aufschwung
Und es war Technik, die den Aufschwung sowie Feriengäste nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer brachte. Pünktlich am 2. Weihnachtsfeiertag im Jahre 1952 erschloss die erste Luftseilbahn die Cardada – und zwar von der Talstation in Orselina aus. Die wiederum war über eine Standseilbahn an die nächste SBB-Station in Locarno angeschlossen. Mit der Eröffnung der Luftseilbahn auf die Cardada hatten Gäste einen leichten Anschluss an den ein Jahr zuvor eingeweihten ersten Skilift, der von der Alpe Cardada nach Cimetta führte. Die Erschliessung war ein Gewinn für das Tessin: Bereits im ersten Jahr verzeichnete die Seilbahn gegen 70‘000 Fahrgäste, die sich von der Märchenwelt verzaubern liessen. Die restliche Erschliessung durch passende Infrastrukturprojekte mit weiteren Hütten, Skiliften und vielen Sportmöglichkeiten baute auf diesen Erfolg auf.

Sanfte Erschliessung dank weltbekannter Architekten
Die erste Luftseilbahn vor mehr als 60 Jahren brachte also den entscheidenden Impuls für einen touristischen Aufschwung in dieser Region des Tessins, auf dem sich die Tourismusexperten aber nicht ausgeruht haben. Von Anfang an hatten sie einen Blick dafür, nicht nur nüchterne Zweckbauten in die Natur zu stellen, sondern bedeutende Architekten und Designer mit dem Bau von Stationen und Kabinen zu beauftragen. Für die ersten Stationsbauwerke verpflichtete man 1952 das renommierte Tessiner Architekturbüro Brivio & Pedrazzini. Als im Jahr 2000 die touristische Infrastruktur komplett überbaut werden solle, realisierte der Landschaftsarchitekt Paolo Bürgi die Gestaltung der Umgebung. Bürgi beteiligte sich, zusammen mit Paolo Pedrazzini, auch an der Gestaltung der Hochbauten für die Bahnen, die in die Hand des weltweit tätigen Tessiner Architekten Mario Botta gelegt wurde. Zusammen gelang ihnen das Kunststück, einerseits die Landschaft sanft zu erschliessen und andererseits markante Punkte zu setzen, die zum genauen Hinsehen reizen. Botta, übrigens, gestaltete auch die Grosskabinen, die dank ihrer grossflächigen Verglasung auf der gesamten Streckenlänge von 2’051 Metern und über 946 Meter Höhendifferenz während der ganzen Fahrt über spektakuläre Ausblicke bieten. Dank des innovativen Designs der Kabinen und der Tal- wie Bergstation eröffnet die Pendelbahn zudem körperbehinderten Feriengäste den vollen Genuss der Natur.

Allesamt Aufwand und Investitionen, die sich gelohnt haben: Heute bewegen sich ungefähr 44 Prozent der weit über 21 Millionen Touristen im Tessin in der Region Lago Maggiore e Valli (Rütter Soceco 2014). Jeder achte Arbeitsplatz stützt sich auf die Feriengäste, die somit an die zehn Prozent zur Wertschöpfung des gesamten Kantons beitragen.

Die Seilbahn: ein technischer Meilenstein
Die Seilbahn Orselina-Cardada stellt als erste Pendelbahn mit Grosskabinen ohne Fangbremsen einen technischen Meilenstein dar. Fangbremsen bringen im Falle eines Zugseilrisses die Bahn innert Sekunden zum Stehen, hat jedoch den Nachteil, dass sie schwer zu regeln ist und zudem immer einen in der Kabine mitfahrenden Wagenführer erfordert, der sie manuell auslöst. In Cardada setzte Anlagenbauer Doppelmeyr hingegen effiziente Scheibenbremsen ein. Dies sowohl als Betriebs- als auch als Sicherheitsbremse, denn eine Seilbahn muss über zwei getrennte Bremssysteme verfügen. Angetrieben wird die Bahn durch einen zuverlässigen und bewährten ABB-Gleichstrommotor mit einer Leistung von 354 Kilowatt mit effizienter Thyristor-Steuerung.