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Erfolgreiche Partnerschaft seit mehr als 100 Jahren

Ein Teil der Wurzeln von ABB als weltweit führendes Unternehmen für die elektrische Ausrüstung im Bahnbereich liegt somit auch in der über 100-jährigen Zusammenarbeit mit der Rhätischen Bahn Als äusseres Zeichen für die bahnhistorische Partnerschaft verkehrt der Allegra Zug im ABB Design.

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Die Allegra-Flotte besteht aus insgesamt 15 Triebzügen, die Stadler Rail 2010/2011 lieferte. ABB arbeitet seit über zehn Jahren eng mit Stadler Rail zusammen. Fast alle Stadler Schienenfahrzeuge sind mit Traktionsumrichtern von Transformatoren von ABB ausgestattet. Es werden nicht nur in Graubünden hochwertige Züge mit ABB-Komponenten angetrieben, sondern in der ganzen Schweiz und auch weltweit – beispielsweise in den USA, Norwegen und Russland.

Für das anspruchsvolle Streckenprofil des RhB-Netzes hat ABB ein innovatives und energieeffizientes Antriebspaket entwickelt, bestehend aus Traktionsumrichter und Transformator. Denn mit dem Bernina-Pass (2253 M.ü.M.) befährt die RhB ganzjährig die höchste offene Alpenüberquerung für Schienenfahrzeuge. Die exponierte Linienführung stellt mit ihren engen Kurvenradien und einigen der steilsten Adhäsisionsstrecken Europas höchste Ansprüche an die Zugkomposition und seine Antriebstechnik. Im Winter beispielsweise vereist die Fahrleitung regelmässig. Zudem muss der Allegra-Triebzug bei hohem Passagieraufkommen noch zusätzlich Personenwagen ziehen können.

Aussergewöhnliche Anforderungen ergeben sich auch aus einer weiteren Besonderheit: Das Schienennetz der RhB umfasst zwei Stromsysteme. Während die Berninastrecke mit Gleichstrom elektrifiziert ist, funktioniert der Antrieb auf dem übrigen Netz mit Wechselstrom.

Höchste Ansprüche an Technik und Mensch
Wie unverzichtbar zuverlässige und umweltnahe Technik zur Erschliessung der Bergwelt ist, zeigt sich zum Beispiel auch bei der Anreise in die beliebte Feriendestination und Heimat des World Economic Forums Davos: Auf 384 Kilometer fahren die Eisenbahnzüge der RhB während des ganzen Jahres zahlreiche Kurven, Tunnels sowie Viadukte und überwinden grosse Höhendifferenzen. 

Die Züge voller ABB-Technik erschliessen damit gerade im Winter zuverlässig und bequem eine zauberhafte Bergwelt, die Feriengäste, Sportler und die politische wie wirtschaftliche Elite gleichermassen anzieht. Etwa am jährlichen World Economic Forum mit seinen über 3'000 Teilnehmern (2017), unter ihnen zahlreiche Regierungschefs, Minister, weltweit führende Unternehmer, Stars und Sternchen sowie Nobelpreisträger. Inspiriert durch die Winterkulisse von Davos diskutieren sie den Stand der Welt und deren Zukunft. Hunderte von Journalisten tragen von dort aus nicht zuletzt den Ruf von Davos als exzellenter Feriendestination in alle Welt. Und so mancher von ihnen fährt dabei mit der nicht nur unter Bahnfreunden legendären Rhätischen Bahn – wie jährlich acht Millionen Touristen und zwei Millionen Pendler.

Die topografischen und klimatischen Bedingungen im Kanton Graubünden stellen höchste Anforderungen an die Bahninfrastruktur und das Rollmaterial. Entsprechend früh beginnt die gemeinsame Geschichte der Rhätischen Bahn und ABB. Bereits 1913 wurde mit der RhB-Strecke ins Unterengadin eine der ersten mit Wechselstrom elektrifizierten Strecken in Betrieb genommen. ABB, respektive ihre Vorgängerfirmen BBC und Maschinenfabrik Oerlikon, liefert seither praktisch alle elektrischen Ausrüstungen für die Triebfahrzeuge und einen Grossteil der Bahnstromversorgung.

Auch im Seilbahnbereich sorgt ABB dafür, dass Gäste und Wintersportler ebenso bequem wie sicher an ihr Ziel und zurück kommen. Ein Beispiel dafür ist die Standseilbahn „Parsennbahn“, deren feuerrote Wagen die erste Sektion von Davos-Dorf bis zum Höhenweg in nur vier Minuten den Berg förmlich hochschiessen. 2000 PS beschleunigen den „Kabinenferrari“, wie er im Volksmund auch genannt wird, auf zehn Meter pro Sekunde. Die Kraft dafür liefert eine Drehstrommaschine von ABB auf der Mittelstation der zwei Sektionen. Sie treibt das riesige Rad an, über das die Bahnseile laufen. Über 100mal am Tag können so bis zu 2200 Gäste täglich komfortabel und sicher transportiert werden.

Technisch eine Pionierleistung, denn die Parsennbahn gilt als eine der Seilbahnen mit der grössten Asynchronantriebsleistung in ganz Europa. Im Vergleich zu Gleichstrommaschinen sind Drehstrommaschinen, die mit Asynchronantrieben arbeiten, robuster, benötigen keinerlei Wartung und sind überdies noch energieeffizienter im Betrieb.